Ein Betriebsarzt handelt mehr als Berater, als ein Arzt im klassischen Sinn. Die Interessen des Betriebsarztes umfassen neben dem Patienten auch den Arbeitgeber und weitere Einrichtungen sowie ggf. Ärzte, die sich mit medizinischen Fragen außerhalb des Betriebes beschäftigen. Darüber hinaus besteht ein enges Arbeitsverhältnis zu der zuständigen Fachkraft für Arbeitssicherheit bzw. zum Sicherheitsingenieur. In Absprache mit dem Unternehmen klärt der Betriebsarzt außerdem medizinische Themen mit der zuständigen Berufsgenossenschaft oder den staatlichen Behörden (Gewerbeaufsicht bzw. Amt für Arbeitsschutz).

Der Betriebsarzt ist dafür verantwortlich, Maßnahmen zur Vorbeugung arbeitsbedingter Beschwerden, Erkrankungen bzw. deren Früherkennung zu ergreifen. Sein Aufgabengebiet umfasst in besonderem Maße die Prävention gesundheitlicher Einschränkungen, weniger die akute Behandlung bzw. Therapie.

Konkrete Aufgaben eines Betriebsarztes umfassen:

Betriebsärzte unterliegen der Schweigepflicht. Sie sind ausschließlich ihrem eigenen Sachverstand sowie ihrem Gewissen verpflichtet und sind in ihren medizinischen Bewertungen sowie Handlungen niemandem gegenüber weisungsgebunden – dies gilt insbesondere für Aufsichtsbehörden oder Berufsgenossenschaften.

Weitere Aufgaben des Betriebsarztes laut Arbeitssicherheitsgesetz (ASiG):

§ 3 Aufgaben der Betriebsärzte

  1. der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen und von sozialen und sanitären Einrichtungen,
  2. der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln und der Einführung von Arbeitsverfahren und Arbeitsstoffen,
  3. der Auswahl und Erprobung von Körperschutzmitteln,
  4. arbeitsphysiologischen, arbeitspsychologischen und sonstigen ergonomischen sowie arbeitshygienischen Fragen, insbesondere des Arbeitsrhythmus, der Arbeitszeit und der Pausenregelung, der Gestaltung der Arbeitsplätze, des Arbeitsablaufs und der Arbeitsumgebung,
  5. der Organisation der „Ersten Hilfe“ im Betrieb,
  6. Fragen des Arbeitsplatzwechsels sowie der Eingliederung und Wiedereingliederung Behinderter in den Arbeitsprozess,
  7. der Beurteilung der Arbeitsbedingungen.
  1. die Arbeitsstätten in regelmäßigen Abständen zu begehen und festgestellte Mängel dem Arbeitgeber oder der sonst für den Arbeitsschutz und die Unfallverhütung verantwortlichen Person mitzuteilen, Maßnahmen zur Beseitigung dieser Mängel vorzuschlagen und auf deren Durchführung hinzuwirken,
  2. auf die Benutzung der Körperschutzmittel zu achten,
  3. Ursachen von arbeitsbedingten Erkrankungen zu untersuchen, die Untersuchungsergebnisse zu erfassen und auszuwerten und dem Arbeitgeber Maßnahmen zur Verhütung dieser Erkrankungen vorzuschlagen,